Hainewalde - Spitzkunnersdorf - Leutersdorf - Eibau     12 km                              

 

                                                                                                             

      

                                                

                                                                             Route in der Karte blau eingezeichnet  dl-de/by-2-0

 

Vom Radwegabzweig in Hainewalde (unterhalb des Butterberges, in Mandaunähe, beim Bäcker Maywald) geht es aus dem Tal nördlich heraus (zunächst gemeinsam mit dem Wanderweg gelber Strich) bis man nach dem Anstieg auf eine Hochfläche gelangt. Links haltend nähern wir uns dem Kälberbusch. Dabei hat man einen herrlichen Blick auf die Bergkette des Zittauer Gebirges. An der Kreuzung geht es gerade aus weiter nach Spitzkunnersdorf. Der Bau eines Radweges neben der Straße ist geplant. Nach dem Kreisverkehr kommt man an die ehem. Nieder-Schenke, die seit 2018 nur noch Fleischerei ist. Gegenüber biegen wir rechts zum Wanderparkplatz ein, wo eine große Orientierungstafel steht.

 

                                                                         

 

Schöne Umgebindehäuser stehen hier, auch unten in der Dorfstraße, die wir am Bach entlang fahren, also nach rechts (der Karasek-Radweg kommt hinzu). Nach dem alten Gemeindeamt  biegen wir bald in die Weberstraße ein und zwar da, wo der grüne Strich als Wanderweg uns verlässt.

 

                                                                         

 

Beide Radwege führen die Weberstraße hinauf  und queren oben die S 135. An der Oberen Zeile geht es weiter. Am Sorgeweg (Pascherweg) wird dann Leutersdorf erreicht. Zuvor hat sich der  Fernwanderweg Zittau-Wernigerode/Oberlausitzer Bergweg (blauer Strich) hinzu gesellt.

Wer technische Probleme mit seinem Drahtesel hat, der fährt hier den Sorgeweg hinunter und biegt dann rechts ab zu Fahrrad Ratzmann. Ebenso gibt es da unten, allerdings linker Hand,  Leutersdorfer Straße 6, eine empfehlenswerte Rastmöglichkeit in der Landfleischerei Herzog (Mittagstisch wochentags).

Zurück nach oben: Hier biegen wir in die Oststraße ein und damit in das Gebiet der ehemalige böhmischen Enklave. Am Linksknick unten fahren wir geradeaus weiter, nun gemeinsam mit dem Gebietswanderweg/Oberlausitzer Ringweg mit dem  roten Punkt. Bald führt unser Weg an den alten Gleisen entlang. Nun stößt noch der Wanderweg  mit dem gelber Strich hinzu. Gemeinsam mit diesem geht es nach links, vorbei an der Zahnarztpraxis, hinunter zum Zittauer Platz (Orientierungstafel, Informationen).

Hier wird dann die Sachsenstraße überquert und an der Apotheke vorbei fahren wir die Mittelstraße bis zur kleinen Kreuzung weiter. Nun  biegt der Radweg links ein in die Straße der Jugend.

 

                                                                          An diesem Faktorenhaus kommen wir vorbei

     

Gleich linker Hand ist das Leutersdorfer  Museum „Lautexerinnerungen" (allerdings nicht täglich geöffnet, Anmeldung unter Tel. 03586 787986 bei Georg Strietzel) zu finden. Es dokumentiert eindrucksvoll die große Textilindustrietradition von Leutersdorf und der  Umgebung, vor allem der Lautexwerke. Alles begann vor Jahrhunderten mit der Hausweberei, die im 18. Jh. einen Höhepunkt erreichte. Rechter Hand fällt uns das stattliche Umgebindhaus auf, ein Faktorenhaus. Das heißt, dass es manche Weber zu einem lohnenden Leinwand-Zwischenhandel mit der Stadt Zittau gebracht hatten. Somit sind Häuser dieser Faktoren auch größer und schöner als die der einfachen Weber, die meist sehr arm blieben, obwohl die ganze Familie, auch die Kinder, oft 12 Stunden täglich mitarbeiten mussten. Auch neuer Flachs wurde von den Faktoren oft gleich mit geliefert, denn überall standen in den Häusern auch Spinnräder. Ehe man Leinwand weben konnte, musste freilich erst ein Faden gesponnen werden. Auch mit  Garn handelte man. Am reichsten wurden freilich die Großhändler in der Stadt, denn sie kontrollierten lange Zeit den Fernhandel mit Leinwand.

 

                                                                               Eine Blockstube im Umgebindehaus

 

Ein Abzweig in den Kretschamweg nach links ist empfehlenswert: nach 200 m steht man am ehemaligen Gasthof Niederkretscham. Es ist ein geschichtlich wichtiges Haus, denn hier wurde am 12.März 1849 die Übergabe der einstigen böhmischen Enklave Niederleutersdorf  zu Sachsen vollzogen. Von Böhmen aus gesehen war es freilich eine Exklave in der sächsischen Oberlausitz.

Zurück aber zu unseren  Radwegen. Es geht bald rechts weiter in den Flammigerweg. Hier nun trennen sich die beiden Radwege. Unser Umgebindehäuserweg biegt nach rechts ab in die Geschwister-Scholl-Straße. Vorbei kommt man an einem besonders stattlichen Umgebindehaus.  Es ist das Henke-Haus, so genannt nach dem einstigen  Textilfabrikanten.

 

                                                    

 

Unser Radweg folgt jetzt der Nordrichtung. Bald erreichen  wir  einen  Gasthof (Orientierungstafel am Parkplatz). Es ist der  Leutersdorfer Traditionsgasthof schlechthin, der Oberkretscham. Hier wurde 1800 nach einem dreisten Einbruch  die Räuberbande um Karasek verhört und  eingesperrt, ehe nach einigen Tagen die Bandenmitglieder  nach Bautzen in die Fronfeste überführt wurden.

 

                                                           Bild von Siegried Neumann (im Gasthof)

 

Wir sind nun in Oberleutersdorf und damit wieder außerhalb der ehemaligen böhmischen Enklave. Unsere Straße führt dann weiter am ehemaligen Rittergut Oberleutersdorf I vorbei, das linkerhand liegt. Hier erfolgte am 31.7.1800 besagter Einbruch der Räuberbande beim Rittergutsbesitzer und Leinwandhändler Glathe, die im heutigen Leutersdorfer Ortsteil  Neuwalde ihr Quartier in der Kreibichschenke hatte. Das Gebäude nennen wir auch unser Leutersdorfer Schloss. Es wurde 1828/29 im barockisierenden Stil mit Mansarddach neu errichtet. Das Vorgängergebäude stand etwas abseits. (Siehe auch unter Heimatgeschichte und Pascherrunde)

                                                                                                                                  

                                                                   
    

 

Es geht jetzt durch das einstige Industrieviertel von Leutersdorf mit Lautex 3.4., das sich rechter Hand befand und wo jetzt u.a. die Firma Werder Bedachungen ansässig ist. Hier erstreckte sich früher der Schlossteich mit Mühle. An besonders schönen Umgebindehäusern vorbei fährt man weiter die Friedensstraße hinauf. In Oberleutersdorf befand sich linker Hand am Ende des Ortes einst das Koenneritzgut. Marie v. Koenneritz lebte hier bis 1962. Sie schrieb Geschichten, Heimatgedichte, Spruchkarten, war christlich und sehr sozial eingestellt.

                                                                                                                 

                                                                                           

 

Unser Radweg biegt aber nach rechts ab, um Neueibau zu erreichen. Hier führt er dann an Sportplatz und  Turnhalle vorbei (Einkehrmöglichkeit) und dann geht es nach Eibau hinunter. Man kommt an der  berühmten Schwarzbierbrauerei vorbei. Schließlich wird die B 96 gekreuzt und unterhalb des Beckenberges endet unser Radweg (Anschlussmöglichkeiten zu Fernradwegen). Eine Einkehr oben in der Beckenbergbaude ist empfehlenswert.

Siehe auch:  Gemeindeblatt leutersdorf 3/2020 S. 6-9

 

Bilder und Text:  Dietmar Eichhorn, Wegewart und Gästeführer Leutersdorf

Bild Blockstube aus "Obel. Heimat", 1994

aktualisiert: 12/ 2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.